Teilnehmerbericht: Ein typischer Tag der FFZ

Von 20. August 20122012, Aktionen, FFZ 2012

Du wachst meistens zwischen 7:00 und 7:45 auf. Entweder, weil du einfach aufwachst, oder weil dir eine Fliege im Gesicht rumkrabbelt, ein besonders hygienebewusster Mitpfadfinder das Duschen in der Früh präferiert oder eben weil du von den freundlichen Worten/Peitschenhieben von Stefan dem professionellen Wecker, der seinen Master im Gruppenwecken gemacht hat und über das Thema „Wecken“ promoviert hat, geweckt wirst. Jedenfalls döst du wahrscheinlich noch bis 8:00, dann wirst du entweder vom aufgebrachten Tischdienst aus dem Bett gerissen oder du stehst freiwillig auf. Dann torkelst du raus zum Tagesplan, der lustiger weise entweder auf Japanisch, im Caesar Code codiert oder anders verschlüsselt auf die müde Netzhaut fällt. Keine Ahnung, wer auf so ´nen Mist kommt. Um 8:15 wirst du zum Tennisplatz geschickt, an dem ein Wespennest ist. Nach dem Durchzählen wirst du von anderen hochmotivierten pubertären Mitpfadfindern zu lustigen Sing- und Tanzspielen aufgefordert. Danach stürzen sich die eben noch so müden Gesellen und Gesellinen auf den Frühstückstisch. Meistens sitzt man am selben Platz, aber die brutale Geste zählt. Wenn du nicht eine deiner Gliedmaßen im Grabschkampf nach dem Tischgebet verlierst, ergatterst du vielleicht noch ein Stück Pappe mit der dreifachen Menge deines eigentlichen Nuss-Nougat-Creme-Bedarfs beschmiert und du kannst dein Frühstück genießen. Ist das Frühstück vorbei, hast du ein bisschen Zeit, in der du dich um eine Duschplatzierung streitest. Die Dusche ist meistens kochend heiß; eine kalte Dusche wird empfohlen. Nach dieser rekreativen Phase kommt irgendein Programmpunkt. Manchmal kommen die Kommissare Ballauf und Schenk und wir ziehen Fragen aus einem Tombola-Glas, die wir Zeugen zur Befragung zu einem Mordfall stellen. Wir suchen diesen grausamen Mörder, der unseren Eistee geklaut hat und eine Person und eine Puppe getötet hat. Die Fahndung nach den Gehilfen, die ca. 30 Menschen getötet haben ist nebensächlich. Jedenfalls nehmen wir mal an, dieser Programmpunkt sei die festen IG`s zu praktizieren, welche wir vorher gewählt hatten. Was bei diesen IG`s gemacht wird, können Sie in auch irgendwo lesen. Ich empfehle Ihnen den Fahrradbericht, der solle sehr gut sein. Fragwürdig ist das Apostroph in „IG`s“; der Plural von IG könne so einfach IGs sein. Selbst der Genitiv müsste sich ja nicht den englischen Grammatikregeln beugen, aber das ist fürs erste egal. Nehmen wir einfach an, die IGs sind vorbei.

Mittagessen gibt’s erst um eins. Also hat man noch ein bisschen Freizeit, die wir Pfadfinder meistens dazu nutzen uns mit guten Büchern fortzubilden, uns sportlich zu betätigen oder eine tiefsinnige Konversation zu führen. Gibt’s dann „Fütterung Zwei“, werden wir mit Nümmerchen zugeteilt. Das ist pädagogische wertvoll, weil wir so mehr unter die Leute kommen und uns nicht immer mit denselben treffen. Das Mittagessen ist warm und deliziös. Nach dem Essen machen wir Dienste und so(Arbeit muss sein). Es macht ja Spaß sich mit seinen Kumpanen, yo. Dann gibt es wieder Freizeit, in der du über die Doofies lästern kannst, neben denen du heute Mittag saßest. Nach dieser Freizeit gibt es wieder einen rotierenden Programmpunkt. Nehmen wir an, es wären lose IGs. Das sind Interessengemeinschaften, die du jedes Mal neu wählst. Man kann trotzdem immer dasselbe machen. Beispiele für die losen IGs sind: „Das gute alte Werwölfe spielen“, „Mozart hören“, „Bändchen machen“, oder „Das gute alte Werwölfe spielen“. Danach gibt es Abendessen. Das Abendessen ist wie das Frühstück nur ohne Nutella. Also es fehlt das Essentielle am Abendessen und du musst auf Wurst oder Frischkäse umsteigen. (Für Veganer gibt es nichts.) Wenn das Abendbrot verköstigt wurde, haben wir wieder Freizeit. Diese wird wieder mit sinnvollen Beschäftigungen gefüllt wie: „Den ganzen Kram, der auf dem Boden liegt in/auf/unter die Schränke werfen, weil die Zimmerbewertung kommt“ oder „Das Zimmer von Piano als Durchgang benutzen“ oder „größere Pfadfinder nerven“. Dann haben wir einen Supermegaspecialprogrammpunkt. Kurz: SMSPP. Das kann zum Beispiel Nachtwanderung, Kinderdisco (die coolen Kids nennen es „Embryoschubse“) oder ein Brettspielabend sein. Nehmen wir an, es wäre die Nachtwanderung, welche den Tagesplan schmückt. Nun werden aus Freunden Feinde. Denn der Sinn davon, die Nachtwanderung in Gruppen gegeneinander zu spielen ist, sich unfair behandelt zu fühlen, keinen andersfarbigen zu trauen und alles Mögliche zu tun, um zu gewinnen. Und das alle nur, damit man am Ende einen Schokoriegel mehr bekommt als die anderen. Jedenfalls wurden wir vor der FFZ in T-Shirt Gruppen eingeteilt. Diese haben sich untereinander ewigen Krieg geschworen und müssen in epischen Disziplinen wie „Eimergolf“ gegeneinander antreten. Die T-Shirt Gruppen wurden nacheinander alleine in den Wald geschickt, nachts. Die meisten Rover waren krank. Also waren die präpubertären Pfadfinder die Verantwortungspersonen. Doch die Leiter würden uns natürlich nicht einfach so mit ein paar Deppen als Führer in den Wald schicken. Sie gaben uns vorher noch nicht beschriftete Pillen die uns Mut machen sollten. Auf der Nachtwanderung spekulierten wir darüber, ob uns die Leiter jetzt Metamphetamine, Ecstasy, Viagra oder doch irgendein Zyankali gegeben haben.

Nach der Nachtwanderung konnten wir noch Stockbrote und Marshmallows am Lagerfeuer brutzeln. Schließlich müssen wir ins Bett. Die Baby Supa Mini Pupa müssen schon direkt nach der Abendrunde um 10 Uhr ins Bettlein. Während die Supa Coolo Großen erst um 11 Uhr in Bett müssen. (Es sei denn wir werfen mit Stöcken rum.) Die Rover müssen gar nicht ins Bett. Wahrscheinlich schlafen die auch gar nicht. Dann kann man beruhigt einschlafen und den Tag im Traum Revue passieren lassen. So schön kann ein Tag der FFZ sein.

Jasper

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