Damit Ihr Hoffnung habt- Fünf Tage Ökumenischer Kirchentag in München

Vom 12.-16. Mai fand in München der zweite Ökumenische Kirchentag statt und unter den über 130.000 Dauergästen waren auch acht Pfadfinder der DPSG Oberpleis. Von Mittwochabend bis Sonntagmittag erlebten wir ein abwechselungsreiches Programm, das den Geist der Ökumene beschwor und uns zugleich den Charme einer wunderschönen Stadt näher brachte.

Nach unserer Anreise bezogen wir unser Quartier in einem der Klassenräume der Weißenseegrundschule im Stadtteil Obergiesing. Danach machten wir uns zum zentralen Eröffnungsgottesdienst, gehalten von den Bischöfen Marx und Friedrich, auf der Theresienwiese, wo sonst das Oktoberfest stattfindet, auf. Die Begrüßungsworte hielt u. a. der, jetzt ehemalige, Bundespräsident Horst Köhler.  Mit Polizeieskorte zogen wir im Pulk der Pilger dann in die Innenstadt, wo der Tag mit dem farbenfrohen „Abend der Begegnung“ ausklingen sollte. An hunderten von Ständen wurden unterschiedlichste Leckerbissen aus Bayern und der ganzen Welt angeboten und mehr als eine halbe Million Menschen verwandelten den kompletten Münchener Innenstadtring in ein großes Straßenfest.

Der Donnerstag begann für Einige von uns mit dem Pontifikalamt zu Christi- Himmelfahrt im Liebfrauendom, ehe wir uns Alle zu einem gemeinsamen evangelischen, katholischen und griechisch-orthodoxen Gottesdienst am Odeonsplatz trafen. Ökumene wie sie sein sollte!

Danach konnte jeder das reichhaltige Programm für sich persönlich gestalten und München auf eigene Faust erkunden. Manche zog es zum Messegelände am alten Münchener Flughafen, andere in den Olympiapark, wo neben spektakulären, aber auch informativen Veranstaltungen natürlich die großartigen Bauten der Olympischen Spiele 1972 zu bestaunen waren. Leider spielte das Wetter nicht den ganzen Tag mit, aber interessanten Unterstand fanden wir in der neuen BMW- Welt gleich neben dem Olympiastadion. Rundum ein gelungener Tag, der am Abend mit Angeboten wie einem Wise- Guys Konzert, einem gemeinsamen Kabarettauftritt von Eckhart von Hirschhausen und Jürgen Becker oder einer Podiumsdiskussion mit u. a. Heinz Küng und Franz Meurer abschloss. Um all diese Eindrücke zu verarbeiten zu können, trafen wir uns abends wieder in einem Münchener Brauhaus, wie eigentlich alle anderen Abende auch.

Nach dem- wie immer- üppigen Frühstück in unserer Herberge ging es Freitagmorgen frisch gestärkt erneut zum Olympiapark, wo uns Eckhart von Hirschhausen, trotz Nieselregens, einen humorvollen Start in den Tag bereitete. Danach trafen wir Freunde aus Ittenbach in Mitten des Gewimmels und tauschten unsere bisherigen Geschichten aus. Danach gingen manche zu einem überfüllten Vortrag von Bundeskanzlerin Angela Merkel, während ich mich absetzte um kurz die Allianz- Arena in Frötmanning zu besuchen. Exklusiv hatte ich diese Idee aber nicht, denn viele andere Pilger hatten Freitagnachmittag die gleiche Idee gehabt und so kamen wir in den preisgünstigen Genuss einer 90 Minuten- Führung durch die Heimstätte de FC Bayern Münchens. Von Frötmanning aus ging es weiter zum Circus Krone, wo neben einer Podiumsdiskussion mit u. a. Prof. Dr. Nagel, dem evangelischen Präsidenten des Kirchentages, immer wieder „der bergische Jung“ Willibert Pauels für humoristische Einlagen sorgte, bevor am Abend das Großkonzert „München rockt für eine Welt“ mit Cassandra Steen, der Bayern-3 Band und Christina Stürmer stattfand. Den Ausklang des Tages bildete dann das Gebet zur Nacht mit der ehemaligen Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche Margot Käßmann am Marienplatz.

Der Samstag brachte leider erneut Nieselregen und empfindliche, einstellige Temperaturen, so dass es uns zunächst ins Olympiaeinkaufszentrum verschlug, ehe wir mit einer kleinen Gruppe zwanzig Kilometer vor die Tore der Stadt nach Dachau fuhren. Die beeindruckende und zeitgleich tief bedrückende Atmosphäre der KZ- Gedenkstätte ließ Keinen von uns kalt. Die Ausstellung, die Unterkünfte, die Wachtürme, aber auch die Kapellen der verschiedenen Glaubensrichtungen auf dem riesigen Areal erzeugten eine lebendige Erinnerung an die unvorstellbaren Grausamkeiten, die Menschen anderen Menschen angetan haben. Nach der Rückkehr nach München musste ich erst einmal verarbeiten und suchte Zerstreuung auf dem Viktualienmarkt und in der rappelvollen Innenstadt. Ein Besuch im Schmankerl Shop von Alfons Schuhbeck und die tausend verschiedenen Gerüche seines Gewürzladens brachten mich, neben Schweinsbraten, auf andere Gedanken. Abends trafen wir uns dann Alle wieder auf der Theresienwiese, wo Nena vor zehntausenden Pilgern ein Konzert gab. Nicht erwähnen muss ich, dass wir uns danach wieder in einem Brauhaus aufwärmten. Es war ja kalt und nass…!

Am Sonntagmorgen packten wir unsere sieben Sachen, räumten den Klassenraum und verließen die Weißenseegrundschule gen Abschlusskundgebung auf der Theresienwiese. Den Gottesdienst vor über 100.000 Menschen hielten u. a. der evangelische Präses Schneider, der Vorsitzende der dt. Bischofskonferenz Zollitsch, Metropolit Augoustinos. Ein gemeinsames Mahl fand leider nicht statt, aber die beiden Präsidenten des Kirchentages Glück und Nagel riefen in eindringlichen Worten zu mehr Ökumene auf. Die Worte „lasst uns gemeinsam einen neuen Anfang wagen“ werden hoffentlich noch lange nachhallen und auf fruchtbaren Boden fallen. Nach dem Schlussgottesdienst brachen wir auf und ließen uns auch von einem Verkehrschaos auf der Heimfahrt die wunderbaren Tage in München nicht verhageln. „Damit Ihr Hoffnung habt“- der 2. ökumenische Kirchentag, war eine Reise wert.

Bungi

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